11 Uhr morgens

Meistens habe ich zwischen 10:30 und 12 Uhr spontan Lust auf Sex. Das ist doof. Denn um diese Zeit ist meistens niemand da, mit dem ich Sex haben kann. Auch mit mir selbst geht das nicht immer, denn ich bin ja oft auch irgendwo anders – bei der Arbeit, im Büro, oder früher, in der Bibliothek. Nur selten war die Lust so unaushaltbar, dass ich mich auf der Toilette zum Masturbieren versteckt habe. Aber ich habe es schon getan.

Heute ist Feiertag und ich sitze hier vor dem Bildschirm und merke: Ich habe Lust. Ich bin auch schon nass. Schön ist sie, die Spontannässe. Sie ist ein Anlass, mit mir zu spielen, mich selbst zu genießen und die eigene Lust zu kosten.

Die Eigennässe.

Es gibt zwar inzwischen unheimlich viele Gleitgels und Gleitcremes, auch mit Wärmeeffekt und was weiß ich sonst noch für Wirkungen und Effekte, aber ich habe bisher kein angenehmeres Gleitgel gefunden als meine Eigennässe. Es ist schon fast so als würde die Eigennässe auf besondere Art und Weise mit der Schleimhaut interagieren, als würde das noch alles – die Lust, die Geilheit, die Intensität jeder Berührung – verstärken – während die Gleitgels halt einfach nur ….gleiten.

Schön ist dieses Gefühl von Lust und Geilheit um 11 Uhr morgens. Carpe Diem!

Bis später 😉

[Und wann habt Ihr so spontan Lust auf Sex? habt Ihr das auch? Gibt es so etwas wie einen Sexlustrhythmus, wie es einen Schlafrhythmus gibt?…..]

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Körperbilder

Sex macht schön. Innerlich. Das Gefühl begehrt, erfüllt zu sein, keine Regeln zu brauchen. Nur den Moment. Sex macht schön. Jeder Zentimeter des Körpers füllt sich mit dem Glauben: Ich bin toll. Post-Orgasmus oder einfach nur nach langem ausgiebigen Betasten eines anderen Körpers. Sex macht schön. Gefühlt schön, den eigenen Körper zu lieben trotz all dieser Dinge, die in anderen Stunden vielleicht als Makel, als Schwachstelle, als nicht ideal in unseren Köpfen herum spuken. Gespenster einer Werbe- und Schönheitsindustrie, Geister erzeugt von unserer eigenen Unsicherheit nicht dem zu genügen, was gemeinhin als Schönheitsideal gilt. Sex macht schön.

Schönheitsideale sind Teil der menschlichen Geschichte und werden in Zukunft ebenso ihre Berechtigung haben wie in der Vergangenheit. Maler, Dichter, Kunst jeder Art nutzt nicht nur den weiblichen Körper als Quelle der Inspiration, doch ebenso zur Kritik gesellschaftlicher Gepflogenheiten. Oscar Wildes Dorian Gray ist ein schöner, unangetasteter Jüngling, dessen Sexappeal und Anziehungskraft von seiner anmutigen Gestalt herrührt – sein Porträt hingegen altert und verfällt mit seinen Verbrechen und seiner wachsenden Verdorbenheit. Schönheit und Verfall als Spiegelbild der Seele.

Schönheitsideale ändern sich ständig oder wie eine Freundin angesichts voluminöser Frauenkörper auf Spätrenaissance-Gemälden sehnsüchtig anmerkte: „Ich bin definitiv in der falschen Zeit geboren.“ Doch so sehr wir manchmal diesen heute – angesichts Silicon-Implantaten und androgyner Modelkörper – so viel natürlicher wirkenden Frauenbildern hinterhertrauern: Extreme hat es immer gegeben, die Versuche den Körper dem anzupassen, was gerade „In“ ist.

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