Die Spielgefährtin

14149467162_23bb176027_qDie Spielgefährtin ist nicht nur ein Pseudonym für eine der Autorinnen dieses Blogs. „Spielgefährtin“ ist eine Einstellung, wenn es um Sexualität, Partnerschaft und Beziehungen geht. Und während die Spielgefährtin hier weiblich ist, kann Spielgefährt* jedes Geschlecht, jede sexuelle Orientierung haben.

Die Spielgefährtin spielt. Damit ist natürlich Sex gemeint.

Die Spielgefährtin ist unabhängig und ungebunden. In der stigmatisierenden Sprache von heute würden sie manche entweder als „Schlampe“ oder als „beziehungsunfähig“ beschreiben – für Männer würde wohl „Arschloch“ genutzt werden. Die eine spielt zu viel und ohne sich endlich auch mal zu binden. Die andere hat keine festen Beziehung, weshalb irgendetwas mit ihr nicht stimmt.

Ich drehe hier den Spieß um und sage: Spielgefährt* sein, ist das neue „Single“ oder „Solo“ oder beziehungsunfähig – für all diejenigen, die für kurz oder lang die Entscheidung getroffen haben, Zeit mich sich zu verbringen und mit anderen eben nur zu spielen – und im Spiel gerne auch mit ihnen befreundet zu sein. Weiterlesen

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11 Uhr morgens

Meistens habe ich zwischen 10:30 und 12 Uhr spontan Lust auf Sex. Das ist doof. Denn um diese Zeit ist meistens niemand da, mit dem ich Sex haben kann. Auch mit mir selbst geht das nicht immer, denn ich bin ja oft auch irgendwo anders – bei der Arbeit, im Büro, oder früher, in der Bibliothek. Nur selten war die Lust so unaushaltbar, dass ich mich auf der Toilette zum Masturbieren versteckt habe. Aber ich habe es schon getan.

Heute ist Feiertag und ich sitze hier vor dem Bildschirm und merke: Ich habe Lust. Ich bin auch schon nass. Schön ist sie, die Spontannässe. Sie ist ein Anlass, mit mir zu spielen, mich selbst zu genießen und die eigene Lust zu kosten.

Die Eigennässe.

Es gibt zwar inzwischen unheimlich viele Gleitgels und Gleitcremes, auch mit Wärmeeffekt und was weiß ich sonst noch für Wirkungen und Effekte, aber ich habe bisher kein angenehmeres Gleitgel gefunden als meine Eigennässe. Es ist schon fast so als würde die Eigennässe auf besondere Art und Weise mit der Schleimhaut interagieren, als würde das noch alles – die Lust, die Geilheit, die Intensität jeder Berührung – verstärken – während die Gleitgels halt einfach nur ….gleiten.

Schön ist dieses Gefühl von Lust und Geilheit um 11 Uhr morgens. Carpe Diem!

Bis später 😉

[Und wann habt Ihr so spontan Lust auf Sex? habt Ihr das auch? Gibt es so etwas wie einen Sexlustrhythmus, wie es einen Schlafrhythmus gibt?…..]

Sexualität, Lust und Gefahr

Einer der Gründe, warum ich an diesem Blog mitmache, ist die (in meiner Wahrnehmung) Fixierung der feministischen Debatten und medialen Präsenz auf Erfahrungen von Gewalt, vor allem sexueller und sexualisierter Gewalt. Das ist an und für sich ein notwendiger Bestandteil einer größeren Debatte, aber es ist gerade dieser größere Rahmen, der aus meiner Sicht fehlt.

Im sichtbaren feministischen Diskurs erscheint weibliche Sexualität immer als gefährdet. Die Gefahr des Sexismus, der Gewalt, des Angrabschens, der Diskriminierung, usw. usf. lauert an allen Ecken und hat bei mir dazu geführt, dass ich irgendwann Schuldgefühle entwickelt habe, weil ich ….äh…. keine Gewalt erfahren habe. Moment. Äh…. hallo….. das stimmt ja auch wieder nicht! Im Genervtsein von der Fixierung auf Gewalt habe ich ganz vergessen, dass ich auch solche Erfahrungen gemacht habe: Die Erfahrung, dass sich jemand meine Sexualität geklaut hat, ohne mich zu fragen… Und hätte er gefragt, hätte ich nicht zustimmen können. Ich habe nicht beim #aufschrei mitgemacht. Ich habe meine Gewalterfahrungen für mich behalten. Sie gehören mir und ich habe das Gefühl mich selbst zu verletzen, wenn ich sie einer Öffentlichkeit preisgeben würde, die weder an meiner Erfahrung noch an meinen sehr persönlichen Verarbeitungsstrategien interessiert ist.

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