Die Spielgefährtin

14149467162_23bb176027_qDie Spielgefährtin ist nicht nur ein Pseudonym für eine der Autorinnen dieses Blogs. „Spielgefährtin“ ist eine Einstellung, wenn es um Sexualität, Partnerschaft und Beziehungen geht. Und während die Spielgefährtin hier weiblich ist, kann Spielgefährt* jedes Geschlecht, jede sexuelle Orientierung haben.

Die Spielgefährtin spielt. Damit ist natürlich Sex gemeint.

Die Spielgefährtin ist unabhängig und ungebunden. In der stigmatisierenden Sprache von heute würden sie manche entweder als „Schlampe“ oder als „beziehungsunfähig“ beschreiben – für Männer würde wohl „Arschloch“ genutzt werden. Die eine spielt zu viel und ohne sich endlich auch mal zu binden. Die andere hat keine festen Beziehung, weshalb irgendetwas mit ihr nicht stimmt.

Ich drehe hier den Spieß um und sage: Spielgefährt* sein, ist das neue „Single“ oder „Solo“ oder beziehungsunfähig – für all diejenigen, die für kurz oder lang die Entscheidung getroffen haben, Zeit mich sich zu verbringen und mit anderen eben nur zu spielen – und im Spiel gerne auch mit ihnen befreundet zu sein. Weiterlesen

Komm schon.

Ich finde Orgasmen unglaublich faszinierend. Als Kind habe ich über sie gelesen, bevor ich welche erlebt habe – und das Erleben war dann doch ziemlich anders, als das Gelesene, und auch die berichteten Erfahrungen von anderen. Das macht es noch faszinierender. Ich würde so gerne wissen, wie das für andere Menschen ist, aber das geht ja nun nur sehr unzureichend.

Als ich über Orgasmen gelesen habe, habe ich mir das das als ein unglaublich aufregendes und schönes Gefühl vorgestellt, das alles andere vergessen lässt und hinterher zufrieden und müde macht. Und das klar identifizierbar und irgendwie auch immer gleich ist. So oder ähnlich wurde es beschrieben. Und dann noch, dass „Männer“ dabei abspritzen und nur einmal kommen können, manche besonders glücklichen „Frauen“ aber mehrmals hintereinander, das heißt dann „multipler Orgasmus“. Weibliche Ejakulation kam nirgends vor.

Tatsächlich aber fühlen sich die Dinger doch sehr unterschiedlich an. Ich erinnere mich, gerade am Anfang, an Momente, als ich dachte: War’s das jetzt schon? Dass es manchmal schon fast unangenehm oder an der Schmerzgrenze war. Oder daran, dass ich sehr wohl was anderes dabei machen konnte oder sogar besonders schöne Orgasmen hatte, wenn ich geistig grade mit etwas anderem beschäftigt war. Dass ich quasi beliebig oft hintereinander kommen konnte und mich fragte, ob das wirklich so selten war. Mein damaliger Freund konnte übrigens auch mehrmals hintereinander kommen, irgendwann sagte er aber, es wird dann schmerzhaft. Einmal habe ich in einer „Frauenzeitschrift“ gelesen, dass der Rekord bei 25 Orgasmen in der Stunde läge. Das musste ich überprüfen, war nach einer dreiviertel Stunde bei 24, hatte aber dann auch wirklich keine Lust mehr.

Wie sich das anfühlt, hat sich auch über die Jahre ziemlich verändert. Am Anfang wollte ich das unbedingt, und bin da in so einer eher verkrampften Haltung hin gekommen – manchmal waren es auch andere, die unbedingt wollten, dass ich jetzt schnell komme und denen ich gefallen wollte.

Aber so Krampf-Orgasmen fühlen sich zum Beispiel sehr anders an, als entspannte Orgasmen. Sie sind in meiner Erfahrung häufig flacher. Und fühlen sich tendenziell unbefriedigender an. Das ist auch noch so eine Erfahrung, die nirgends geschildert wurde: Dass Orgasmus nicht gleich Befriedigung ist.

Entspannt hat sich bei mir noch eine andere Art von multiplem Orgasmus eingestellt, die nicht daraus besteht, dass es mehrere hintereinander gibt (zwischen denen es dann auch immer eine kurze Stimulationspause braucht), sondern dass sie einfach ineinander übergehen, wie Wellen, und es sich zwischendrin anfühlt, als würde das gar nicht mehr aufhören. Ziemlich cool.

Interessant ist auch, dass sich das Gefühl damit verändert, wie und ob ich mich bewege dabei, aber nicht immer gleich. Manchmal ist mit Bewegung besser, manchmal ohne. Und wenn ich das versuche zu steuern, wird’s eh meistens zu verkopft.

Gelesen hab ich auch von Leuten, die berichten, ohne körperliche Stimulation kommen zu können, und das ganze einfach im Kopf machen. Superspannend.

Ich wünschte, es gäbe Möglichkeiten, so unterschiedliches Orgasmus-Empfinden irgendwie wissenschaftlich aufzuzeichnen. Oder gibt es das? Um das selber zu machen, fehlt mir jedenfalls leider das biologisch-medizinische Wissen.

Aber drüber reden funktioniert ja immerhin auch ganz gut. Oder anders zeigen, zum Beispiel im Beautiful Agony Projekt (hier ist ein Sample davon).

Oder was meint ihr dazu?

Messalina: Vorbild und Erfinderin des Gangbang?

Valeria Messalina heiratete mit 20 Jahren den ältlichen römischen Kaiser Claudius (um 50 n. Chr.). Claudius tolerierte ihr Sexualleben, das sie dazu führte, unter dem Arbeitsnamen Lycisca im Puff zu arbeiten. Sie liebte es, Veranstaltungen zu organisieren, bei denen sie mit vielen Männern schlief. Heute nennt man das Gangbangs.

Beim Gangbang treffen viele Männer auf einige Frauen („Männerüberschuss“) in einem offenen Raum. Typisch wäre ein Verhältnis von 10 Männern auf eine Frau, also z. B. 4 Frauen und 40 Männer. Auf einer großen Matratze, der „Spielwiese“, stehen die Frauen für die verabredete Zeit (z. B. 5 Stunden) allen Männern sexuell zur Verfügung, so oft die Männer es wünschen und die Frau einverstanden ist. Auf der Spielwiese sind alle nackt, und die Männer kommen der Reihe nach zum Zuge. Außerhalb der Spielwiese sind die Frauen ebenfalls nackt, die Männer tragen meistens Bademäntel. Auf der Spielwiese steht alles zur Verfügung, was benötigt wird: Kondome, Gleitcreme, Zewas, Eimer zum Entsorgen. Sexuell wird alles geboten, was die Frauen akzeptieren: Ficken in allen Stellungen, Blasen, Mundfick, Deep Throat, Anspritzen, Anal. Das Aufstellen der Schwänze durch die Frau entfällt, die Männer wichsen sich selbst hoch (oder das Zuschauen reicht), und solange bis sie bei einer der Frauen zum Zuge kommen wichsen sie weiter, um den Ständer zu halten. Manchmal spritzen sie auch ab. Die Frauen können auch einen Mann blasen, während ein anderer sie fickt. Oder (ganz artistisch), man macht einen „Sandwich“: die Frau liegt auf einem Mann und fickt, während ein zweiter Mann sie anal fickt. Schwierig zu machen, allerdings.

Ein Gangbang braucht einen Organisator, der die Frauen und Männer zusammenbringt. Die Frauen erhalten ein festes Honorar, und zwar ein sehr ansehnliches. Für die Pausen gibt es ein Büffet mit einfachen Speisen und Getränken. Es herrscht vollkommene Offenheit, alle gehen sehr höflich miteinander um, und jeder betreibt seinen Genuss nach besten Kräften und Können.

Der Gangbang ist die Königsdisziplin der Prostitution. Hier verliert die sexuelle Begegnung auf Seiten der Männer jegliche Individualität. Es geht hier um den reinen Sex an sich. Die Männer verschwimmen zu einem „Mann an sich“. Auf Seiten der Frauen ist es jedoch vollkommen das Gegenteil. Das Individuum der Frau wird zum Star der Menge: die Männer drängen sich um sie, bewundern und begehren sie, und zwar genau um diese Frau, die ihnen gefällt. Für die Frau ist ein Gangbang eine grandiose Selbstbestätigung.

Als Frau benötigt man einige Kunstgriffe. Man muss mit der Gleitcreme umgehen können. Man muss die Clit möglichst geschützt lassen, sonst kann es unangenehm werden. Man muss innerlich locker sein und sich auf die Situation und die Männer einstellen können.

Ein Gangbang hat für die Frau etwas Triumphales … wenn es gut läuft und wenn die Frau es beherrscht. Die Argumentation der Bundesregierung, der Gangbang verletze die „Würde der Frau“, ist unverständlich: hier sind Leute am Werk, die niemals kennengelernt haben, worüber sie hier urteilen.