In diesem Post geht’s ums Wichsen

Ich schätze, dass ich meine erste Erfahrung mit Selbstbefriedigung mit 5 oder 6 Jahren hatte. Diese Vermutung stütze ich darauf, dass ich einerseits bereits schwimmen konnte aber andererseits noch klein genug war, um meinen Eltern alles zu erzählen…aber der Reihe nach. Meine Mutter, mein Bruder und ich machen einen abendlichen Besuch im Hallenbad. Es ist wenig los, ein paar alte Leute ziehen gemächlich ihre Bahnen. Kennt ihr diese Schaumstoffschwimmnudeln? Ja, genau. Ich spielte quasi Meerhexe und versuchte möglichst anmutig auf meinem ‚Besen‘ durch das Schwimmerbecken zu gleiten. Plötzlich eine erstaunliche Entdeckung! Zwischen meinen Beinen entstand ein kitzliges, rauhes, angenehmes Gefühl. Das musste ich jemensch mitteilen! Ich schwamm zu meiner Mutter und berichtete ihr von meinem Erlebnis. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, reagierte sie ziemlich cool, in Anbetracht dessen, dass eins das von einer 6-Jährigen vielleicht nicht unbedingt erwartet hätte…sie sagte etwas in der Art von „Das ist gut, aber das musst du nicht jedem erzählen“ und das war auch die Botschaft, die ich daraus mitnahm: Es ist in Ordnung, aber etwas sehr Privates, was frau lieber hinter geschlossener Tür macht, so wie Pinkeln.

Es begann eine jahrelange Phase des Experimentieren. Nachdem ich die Schwimmnudel ja schlecht mit an Land nehmen konnte, versuchte ich mich an der Armlehne von Sesseln zu reiben, gefolgt von Polstern und ähnlichem. Dann der Durchbruch: ich konnte meine Hand dazu verwenden! Überraschung, Überraschung! ^^ Als wir in der dritten Klasse ‚Sexualkunde‘ bekamen und mir meine Mutter passend dazu zwei kindgerechte Aufklärungsbücher in die Hand drückte, kam darin und auch in der Schule nichts vor, was mich dazu gebracht hatte, meine Erfahrungen mit Sex in Verbindung zu bringen. Auch später wurde mir weibliche Selbstbefriedigung hauptsächlich entweder als ‚etwas reinstecken‘ oder ’sich da unten anfassen‘ vermittelt, ich identifizierte mich mit keinem von beiden. Ähnlich war es mit diesem ominösen ‚Orgasmus’…so wie es beschrieben wurde, konnte das unmöglich das sein, was ich erlebte. Letzteres erschien mir dafür viel zu gewöhnlich, ersteres dagegen fast den Charakter einer Nahtoderfahrung zu haben.

PTDC0008Es blieb also einfach etwas, was ich machte und ich wusste lang nicht, ob ich damit vielleicht ganz allein war. In der Mittelstufe hatte ich dann doch so etwas wie einen Geistesblitz, ich weiß leider nicht mehr genau warum. Jedenfalls wusste ich jetzt, worum es ging, wenn das Thema im Gespräch mit Gleichaltrigen aufkam, auch wenn ich das nie zugegeben hätte – irgendwie war das bei Mädchen* lange Tabu, etwa bis zur Zehnten. Dann stellte sich heraus dass auch andere bereits Erfahrungen mit Selbstbefriedigung hatten, sie hatten es nur ebenfalls nicht zugegeben.

Mittlerweile, also nach ca. 12 Jahren, habe ich meine Technik weitgehend perfektioniert und ich kann  (nicht ohne Stolz) sagen, dass ich den besten Sex einfach mit mir selbst habe 😉

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5 Kommentare zu “In diesem Post geht’s ums Wichsen

  1. Vielen dank für diesen Artikel. Ich fand es vorallem spannend, ihn aus der Position als Mutter heraus zu lesen und wie man „gut“ mit ersten Erfahrungen des Nachwuchses mit der eigenen Sexualität umgeht!

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