Fat Admiration

Als ich etwa in der siebten Klasse war kam Twilight raus. Ich hatte zuvor die Bücher gelesen und fand die filmische Umsetzung mehr als mangelhaft, die Darsteller für Edward und Bella schlecht gewählt. Den Jacob-Darsteller Taylor Lautner konnte ich als Werwolf akzeptieren, doch ein Phänomen verstand ich nicht: Die Mädchen* in meiner Peergroup schienen beim Anblick des notorisch T-Shirt befreiten Jacob fast in Ohnmacht zu fallen, sie schwärmten von seinen Muskeln, insbesondere seinem Sixpack. Ich wunderte mich schon etwas, schließlich stand ich doch auch auf Jungs*, wieso nicht auf ihn?

Als ich meinen Freundinnen* von meinem ersten mal nackt mit einem Jungen erzählte, war ich ein bisschen enttäuscht als ihre erste Frage lautete: „Hat er ein Sixpack?“. Ehrlich gesagt, ich wusste es nicht einmal, das war das Allerletzte worauf ich geachtet hatte. Zum 15. Geburtstag schenkte ich einer Freundin einen Kalender mit schwarz-weißen Bildern von nackten Männern mit mehr Muskeln als menschlich zu sein scheint, ich wusste sie würde sich darüber freuen auch wenn ich persönlich von den Fotos fast ein wenig angeekelt war.

Trotz dieser Erfahrungen dauerte es noch fast zwei Jahre bis es mir dann irgendwann (nachts im Bett, allein) wie Schuppen von den Augen fiel und ich fing erstmal an zu lachen: ich steh auf dicke Männer*, auf Dehnstreifen, Männertitten und Maurer-Dekolletes und hab es jahrelang nicht kapiert.

Ich gebe tatsächlich teilweise ‚den Medien’ die Schuld, es gibt offiziell nur eine Sorte Männer* die attraktiv zu finden ist und die hat im Idealfall sichtbare Bauchmuskeln. Auf der Gegenseite werden zumindest ab und zu Männer* erwähnt, die dicke_fette Frauen* bevorzugen, auch wenn es nur verspottet wird.

Ich entdeckte darauf hin dank Emily von xoJane, dass ich a) nicht allein bin und es b) bei Schwulen offenbar anders aussieht, mit ‚Bear Culture’ und Co. Auch der entsprechende Wikipedia Eintrag behauptet dass ‚wir’ einfach nicht viele sind: „Die meisten Fat Admirer sind männlich.“

Seltsamer Weise geht meine optische Präferenz nicht komplett nach Gewicht sondern dünne, nicht muskulöse Männer* folgen den BHM auf dem Fuße.

Obwohl mir meine Präferenz seit zwei Jahren klar ist, hatte ich in dieser Zeit nur mit zwei dicken Männern Sex, was nur ca. 15% der Gesamtmenge ausmacht. Ich bedaure das und kann es mir selbst nicht wirklich erklären, hoffe aber auf zukünftige Besserung.

Dies ist aus mehreren Gründen ein schwieriger Beitrag. Erstens werden darin Männer abgefeiert, obwohl wir hier auf einem feministischen Blog sind, zweitens sehen manche meine beschriebene Sexualpräferenz als eine Fetischisierung von Menschen und somit als komplett negativ. Ich verstehe diesen Einwand, aber ich denke es sollte bekannt werden, dass an dem Spruch „für jeden Topf ein Deckelchen“ was dran ist. Auch Männer* sind, wenn auch in weitaus geringerem Maße, von Fat Shaming bzw. Thin Privelege betroffen.

Ich schreibe aus gutem Grund nicht mit Klarnamen, einem (potenziellen) Sexualpartner würde ich hiervon nicht erzählen, eben weil er sich fetischisiert/unattraktiv fühlen könnte, je nachdem an welcher Seite des Gewichtsspektrums er sich befindet. Es ist halt ziemlich schade, einer meiner dicken Sexualpartner glaubte mir kein einziges positives Wort zu seinem Körper, er dachte ich belüge ihn, das könne eins unmöglich schön finden.

Einmal erzählte mir ein dicker jüngerer Schüler aus dem Internat, dass er selbst eigentlich nichts dagegen hätte, wie er aussieht, aber er „will ja nicht für immer Jungfrau bleiben“. Ich hätte ihm so gern erzählt dass sein Aussehen da weniger entscheidend ist als er denkt (aber es wäre wohl trotzdem unangebracht gewesen).

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Sexualität, Lust und Gefahr

Einer der Gründe, warum ich an diesem Blog mitmache, ist die (in meiner Wahrnehmung) Fixierung der feministischen Debatten und medialen Präsenz auf Erfahrungen von Gewalt, vor allem sexueller und sexualisierter Gewalt. Das ist an und für sich ein notwendiger Bestandteil einer größeren Debatte, aber es ist gerade dieser größere Rahmen, der aus meiner Sicht fehlt.

Im sichtbaren feministischen Diskurs erscheint weibliche Sexualität immer als gefährdet. Die Gefahr des Sexismus, der Gewalt, des Angrabschens, der Diskriminierung, usw. usf. lauert an allen Ecken und hat bei mir dazu geführt, dass ich irgendwann Schuldgefühle entwickelt habe, weil ich ….äh…. keine Gewalt erfahren habe. Moment. Äh…. hallo….. das stimmt ja auch wieder nicht! Im Genervtsein von der Fixierung auf Gewalt habe ich ganz vergessen, dass ich auch solche Erfahrungen gemacht habe: Die Erfahrung, dass sich jemand meine Sexualität geklaut hat, ohne mich zu fragen… Und hätte er gefragt, hätte ich nicht zustimmen können. Ich habe nicht beim #aufschrei mitgemacht. Ich habe meine Gewalterfahrungen für mich behalten. Sie gehören mir und ich habe das Gefühl mich selbst zu verletzen, wenn ich sie einer Öffentlichkeit preisgeben würde, die weder an meiner Erfahrung noch an meinen sehr persönlichen Verarbeitungsstrategien interessiert ist.

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Im Spiegel sehe ich Puzzleteilchen

Seit ich mit meinem Freund zusammenbin, ist mein Bild von mir selbst mehrmals in tausend Stücke zersprungen und ich habe es wieder zusammengesetzt. Bestimmt sind die meisten dieser Puzzlestücke wieder dort, wo sie vorher waren. Aber ganz viele sind woanders, oder neu dazugekommen. Oder hatten einfach keinen Platz mehr.

Ich war bis in meine späten Zwanziger Jungfrau. Aus Angst. Angst, wieder in eine Situation zu geraten, die ich nicht bestimmen kann. Ein Bekannter, damals schon erwachsen, hat mich bei einer Familienfeier unter einem Vorwand in ein Zimmer gelockt und mich zu Boden gedrückt und begrapscht. Sonst nichts? Nein, sonst nichts. Glaube ich.

Ich konnte seither einfach kein Vertrauen zu jenen Männern fassen, die Interesse an mir zeigten. Zu groß die Sorge, dass ich nicht „so glimpflich“ davonkommen würde. Dass niemand da wäre, der mich schreien hören würde. Ich hatte ihm gedroht, ich würde schreien. Und er hätte ja nicht genug Hände frei, mich am Boden zu halten, zu befummeln und mir auch noch den Mund zuzuhalten. Mag sein, dass es ein leichtes für ihn gewesen wäre, er war ja viel größer und stärker als ich. Aber ich konnte ihm Angst einjagen und er ließ mich gehen. Zumindest glaube ich, dass das so war.

Eine andere hat ihn viele Jahre später angezeigt, als er schon Frau und Kind hatte. Mehrere seiner Opfer haben ausgesagt. Von allen Missbrauchsvorwürfen wurde er freigesprochen, Verjährung und so – aber sie haben kinderpornografisches Material bei ihm gefunden. Er hat sich umgebracht, statt in den Knast zu gehen. Ich habe Lust, ihn feige zu schimpfen – aber es kommt mir schäbig vor.

Ich habe das Gefühl, meine halbe Jugend versäumt zu haben. Ich hab keinen Liebesbrief bekommen, ich bin mit niemandem „gegangen“. Ich war nie auf irgendeiner „Top 5 Mädchen in der Klasse“-Liste. Meinen ersten „richtigen“ Kuss hatte ich mit 17, ich war schon etwas beschwipst, aber er war auch nicht gerade nüchtern. Aber sehr zärtlich und er hat mich zu nichts gedrängt – ich hab ihm erklärt ich würde in dieser Nacht nicht mit ihm schlafen, und das war ok für ihn. Er meinte, meine Brüste wären perfekt. (Fand ich nicht, aber es war ein wunderbares Kompliment. Und ich bin sicher, dass es ehrlich gemeint war.) Ich hab mich verliebt, aber er wollte keine Freundin, er wollte nur einen vergnüglichen Abend haben. Auch das war ehrlich. Aber umso mehr wollte ich ihn, denn er bot eine Projektionsfläche für meine Sehnsüchte.

Denn alle, die mich auch wollten, haben mir Angst eingejagt. Ich bin vor ihnen teils im Wortsinn weggelaufen, hab mich nie wieder gemeldet. Es tut mir Leid, Andi, Thomas, Simon, Sascha (und einige mehr) … ich konnte keine Worte finden, um es Euch zu erklären. Dass ich Zeit brauche. Dass Ihr Geduld haben musst. Und achtsam sein müsst, weil ich ein Problem hab.

Und wie kommt Ihr eigentlich dazu, auf mich Rücksicht nehmen zu müssen? Ihr habt mich nicht verkorkst und Ihr schuldet mir gar nichts. Im Gegenteil, Ihr hättet es verdient, dass ich Euch fair behandle.

Ich wollte in Therapie gehen, aber ich hab den Mut nicht aufgebracht. Ich hab einfach verdrängt, dass ich sexuelle Bedürfnisse habe, und mich ganz in Job und Studium vertieft.

Dann schließlich hab ich meinen Freund kennengelernt. Ich war interessiert, aber als ich merkte, dass er es auch war, begann ich meinen üblichen Rückzug. Er schrieb mir, dass er sich verliebt hätte, und dass er nicht wüsste, wie es mir geht. Dass er aber keine Lust hätte, Spielchen zu spielen und ich möge bitte Klartext sprechen, was ich eigentlich will. Und da wurde mir zum ersten Mal klar, dass ich genau das tun wollte. Und musste. So schwer es auch war – und f***, das war es! Ich habe, obwohl ich seinen Charakter anders einschätzte, ein Worst Case-Szenario erwartet: Dass er mich auslacht, sich abwendet und nichts von mir wissen will.

Ich bin zu ihm gefahren, und hab ihm alles erzählt. Vorher hatte ich meine Geschichte meiner Mutter (Jahre zu spät), einer Polizeibeamtin und während der Verhandlung einer auf mich gerichteten Kamera erzählt. Nun hatte ich sie einem Mann erzählt, zu dem ich Gefühle entwickelt hatte. Vor dem ich toll sein wollte.

Doch er wollte mich trotzdem. Mein ganzes Ich, mit allen Ängsten und Narben und Lasten, die ich mit mir schleppte. Und er will mich noch immer, nach inzwischen mehreren Jahren. Ich hab alles, was ich verpasst hatte nachgeholt: Die Aufregung beim ersten Mal, die Aufregung, ob ihn die FreundInnen mögen würden. Das Vorstellen der Eltern. Ich hab Liebesbriefe bekommen. Ich bin händchenhaltend, verliebt schauend mit ihm durch die Stadt spaziert (tun wir noch immer *g*). Ich hab das erste Mal krank sein und umsorgt werden nachgeholt, und das für jemanden sorgen, der krank ist. Das erste Mal wütend sein, weil ihm Unrecht getan wurde. Das erste Mal stolz sein, weil ihm etwas gut gelungen ist. Ich erinnere mich genau, als er das erste Mal in meinen Armen eingeschlafen ist und ich überwältigt war von allem, was ich fühlte. Geborgenheit. Und tiefes Vertrauen.

Ich kann mit ihm *alles* teilen. Das Gute, das Schlechte im Alltag. Die schier unzähmbare Begierde, die mich immer wieder überrollt; manchmal einfach nur wenn er mich neckisch angrinst oder er nackt vor mir steht. Ich teile mein bestgehütetstes Geheimnis mit ihm, meine eigene, lange vernachlässigte Sexualität. Und das Glück das man fühlt, wenn einem klar wird, wieviel körperliche Freuden man jemandem verschaffen kann. Aber auch die Zweifel, die immer wieder mal an mir nagen. Meine Angst vor der Sadistin, die er und ich in mir entdeckt haben. Ebenso die Verwirrung, als ich meine submissive Seite erkannt habe, die so im Widerspruch zu meiner feministischen Überzeugung zu stehen schien.

Es sind viele Puzzleteilchen, die heute mein Selbstbild ausmachen. Manche sind für mich schon eindeutig dort, wo sie hingehören. Das Teilchen „Sexualität“ ist größer und wichtiger geworden, als ich es je gedacht hätte. Ich habe mich als sexuelles Wesen begriffen, als Frau mit vielschichtigen sexuellen Bedürfnissen. Und ich weiß mittlerweile, dass ich vieles geben kann; dass ich auch viele seiner Bedürfnisse befriedigen kann.

Manche Teilchen verschiebe ich noch. Was meine Kinks sind, weiß ich noch nicht so genau, da gibt es noch so vieles auszutesten und zu lernen. Und ich habe jemanden, mit dem ich das ausprobieren kann, weil er genauso neugierig und experimentierfreudig ist wie ich.

Manche Teilchen habe ich weggelegt, wie das „Du bist es nicht wert, von einem guten Mann als Ganzes geliebt zu werden“. Vielleicht für immer. Weil ich weiß, dass es einen guten Mann gibt, der mich genau kennt und der mich liebt, so wie ich bin, als Ganzes. Auch meine Vorurteile gegenüber BDSM habe ich abgelegt, denn ich habe gelernt, dass uns Dinge Spaß machen, die ich für abartig gehalten habe. Solange es alle Beteilgten wollen und es eben „safe, sane & consensual“ ist, spricht nichts dagegen, mal etwas härter und/oder fieser ranzugehen.

Wenn ich in den Spiegel sehe, sehe ich immer wieder ein anderes Ich und entdecke immer noch neue Seiten an mir. Und ich habe jemanden an meiner Seite, der die Entdeckungsreise mit mir geht, mir Mut zuspricht wenn ich zögere und mich auffängt, wenn ich hinfalle. Und sich mit mir freut, wenn ich mich über eine neue Entdeckung oder eine neue schöne Erfahrung freue.

Das Schönste dran: Inzwischen weiß ich nicht nur, dass er mich liebt, ich VERSTEHE es auch. Ich kann es NACHEMPFINDEN. Ich habe gelernt, dass ich es wert bin, mich selbst zu lieben. All inclusive.

violette er-innerungen

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… Morgens nach einer durchträumten Nacht, noch vor dem Frühstück, mein Griff zu Farbe und Papier.

Nur keine Pinsel, nicht jetzt, sie stören den Prozess. Verlängern die Hand und sind mir eine Schere im Kopf.

Ich bin noch müde, die Zigarette brennt- schnell das Papier aufziehen.

Palette rechts, Espresso links, was ist das? Violett.

Flüchtige Gedanken an Farbsymbolik, bloss das nicht; deformation professionell.

Langsam füllt sich die weisse Weite mit zarten Tönen.

Noch so verschlafen, zaghaft? Da, ich seh etwas: ein Tor, einen Eingang. Eingang oder Ausgang?

Weiter, Nachtschatten- wilde Flora kriecht den Bildraum hoch.

Lasst mir die Pforte, bitte, keine Dornenhecke, keine 100 Jahre Einsamkeit, ja?

Das Telefon klingelt. Die Möglichkeit um innezuhalten und für eine nächste Zigarette.

Gut so; meine Nachbarin fragt nach gemeinsamen Frühstück- soll rüberkommen, ich male.

Sie kommt samt frischem Café, Croissants und guter Laune.

Freundschaftliches Geplapper, eingetrocknete Farben und plötzlich findet eine Ölkreide den Weg in meine Hand.

Filigrane Atmosphäre entsteht, die Mitte ruft, ich zögere, ziere mich plötzlich. Sabine fragt: bist du schwanger und zeigt auf das Bild.

Für wahr, ich seh es auch.

Komm wir gehen spazieren, der Hund muss raus.

Gesagt, getan; Sabine hat heute frei.

Ich lass mein Bild Bild sein, nehme Hund und Leine, nichts wie raus hier.

Meine Brüste sind schwer.

Wir streifen durch den ausgelichteten Wald, es ist angenehm warm und kaum jemand unterwegs.

Ich könnte stundenlang gehen. Den Hund freut’s, Sabine geniesst die seltene Gelegenheit.

Ein Reiher steht stoisch im seichten Wasser. Wir setzen uns an’s Ufer und malen uns aus, was wäre wenn…

Ich BIN schwanger. ganz sicher.

Auf dem Heimweg jagen wir den Hund über die Wiesen, sammeln Entenfedern und lachen über das Unmögliche.

Kurz nach dem Mittag kehren wir hungrig zurück, diesmal in ihre Wohnung.

Ich wasche Rapunzelsalat, da fiept das Handy.

SMS. Meine kleine Schwester schreibt was von Fernseher anstellen… um diese Zeit?

Ich bin erstaunt, verwirrt, geh über den Korridor in meine vier Wände.

Sabine ruft mir hinterher: und der Salat?

Ich stell die alte Kiste an ohne hinzugucken, hole Sabine samt Salat.

Der TV steht in der Küche, gleich neben der Madonna.

Komm wir essen halt bei mir. Verdammt. Was ist das?

Überall das Selbe, was sind das für Bilder? Mir wird schlecht.

Der Salat ist längst vergessen, irgendetwas zwischen Lähmung und Hektik hat uns ergriffen.

Ich muss malen. Fiebrig, nervös, angstvoll- ein Schrecken im Genick.

Wilde Hände auf weissem Papier. Pupur, dunkles Violett, und der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte.

Unfassbar. Und ich bin schwanger. Ausgerechnet jetzt.

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nine-eleven

(gemalt, geschrieben, erlebt: 11.9.01)

Meine Erfahrungen mit Femme Bashing (und ja, dieser Post hat mit Sex zu tun. irgendwie.)

Zuerst wird dieser Text ein bisschen theoretisch, aber ich verspreche wir kommen noch dazu, wie ich als Hete mit einer anderen Frau* im Bett gelandet bin (oh, wie spektakulär ;))

Jetzt hab ich gleich mal einen Anglizismus in der Überschrift verwendet, vielleicht bedarf der einer kurzen Erklärung: „Femme“, ursprünglich aus der Lesbenkultur („Butch & Femme“) bezeichnet eine ‚weibliche’ Frau*, also eine die sowohl äußerlich oder auch in ihrem Verhalten dem ‚klassischen Rollenbild’ entspricht. „to bash“ heißt „fertigmachen, schlechtmachen“. ‚Femme Bashing’ bezeichnet also die Abwertung von Frauen* die dem traditionellen Bild entsprechen. Im Gegensatz zu einer generellen Abwertung der Frau, wie es in patriarchalen Gesellschaften üblich ist, unterscheidet diese Form der Diskriminierung (falls das Wort hier greift) zwischen verschiedenen Typen von Frauen*, dem traditionellen und dem, was vom Mainstream als unweiblich angesehen wird.

Das ist auch ein Fehler, der von Feminist_innen* häufig begangen wird; nur weil sich eine Frau* als Femme präsentiert heißt das nicht dass sie nicht emanzipiert wäre oder dem Patriarchat nicht kritisch gegenüber stünde.

Zurück zu meiner persönlichen Geschichte und zwar ganz weit zurück, in die Grundschule, Pausenhof. Ich war ein eher untypisches Mädchen* (muss ich Kinder überhaupt gendern?), ein Tomboy (schon wieder so ein Label), ich versuchte bei den Jungs anzukommen, indem ich mich prügelte und nie rosa trug…und ich sah definitiv auf andere Mädchen herab. Ich fühlte mich in meiner bemühten ‚Männlichkeit’ ihnen überlegen.

Das zog sich bis in die Unterstufe am Gymnasium, jetzt kam meine Anti-Pink Haltung plötzlich nicht mehr so gut an und Stück für Stück versuchte ich mich ein bisschen anzupassen, ich fand erstmals Freundinnen* und begann mich für Jungs* zu interessieren.

Wie die meisten tat ich eine Menge, um ihnen zu Gefallen und dann in der Mittelstufe bei meinem damaligen Freund entdeckte ich einen Trick, um mich wesentlich interessanter zu machen: Mich wieder über andere Mädchen* stellen.

Jetzt hieß das halt nicht mehr ihre Wendy-Rucksäcke und Abneigung gegen Fußball zu verspotten sondern darüber zu lachen dass sie heulten, wenn der Friseur ihnen fünf Zentimeter Haar abschnitt. Dass sie kein Bier tranken sondern Erdbeerwein (ja, das war damals der große Renner). Dass sie Themen wie Selbstbefriedigung peinlich fanden. Dass sie in hochhackigen Schuhen zur Party auftauchten und sie nach zwei Stunden wegen der Schmerzen wieder ausziehen mussten.

Aber ich ging noch weiter; ich fing an, andere Mädchen* sexuell zu objektifizieren.

Wenn du mit den Jungs* gemeinsam über den geilen Arsch einer Mitschülerin* reden kannst, einem Mädchen* auf der Straße hinterher siehst oder bei Flaschendrehen betonst, wie gern du sehen würdest, wie zwei anwesende Mädchen* sich küssen, macht das unglaublich interessant.

So etablierte sich langsam das Gerücht ich sei bisexuell und ich hatte keinerlei Interesse daran das zu ändern. Ich weiß nicht in wie vielen Dreier-Fantasien ich deswegen eine Rolle ergattert habe, aber ich war mächtig stolz darauf.

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Mittlerweile war ich 17, nun kam der Punkt an dem das Gerücht wie ein Fakt behandelt wurde und irgendwer hatte einer Lesbe aus seinem_ihrem Bekanntenkreis meine Nummer gegeben. Sie schrieb mich an und ich stand vor einer Entscheidung: Einerseits hatte ich die Chance die letzten Zweifler (inklusive mir, irgendwann glaubte ich es fast selbst) zu überzeugen und ich hätte eindeutig was zu erzählen, andererseits machte mir die Vorstellung ernsthaft mit einem Mädchen anzubandeln Angst, weil ich keine Ahnung hatte. „Close your eyes and think of England“, meine Taktik bei meinem ersten sexuellen Kontakt mit einem Mann damals mit 15,  erschien mir eher wenig erfolgreich ^^

Ich traf mich mit ihr. Um sicher zu gehen dass auch alle mitbekämen, dass ich es wirklich durchzog, gingen wir an dem Abend zusammen noch zu irgendeiner Hausparty, dann zurück zu ihr. Sie hatte ein riesiges Doppelbett und so lagen wir da, jede auf ihrer Seite, und sahen fern. Dann war der Film aus und ich bekam ein bisschen Panik, was nun passieren würde. Zunächst erzählte sie mir ausführlich von all ihren Ex-Loverinnen (seltsam) und zeigte mir die perlenbehangene Unterhose (nicht mein Geschmack), die sie von einer von ihnen zu Weihnachten bekommen hatte. Im darauf folgenden peinlichen Schweigen fasste ich mir ein bisschen Mut und kroch zu ihr unter die Decke. Wir zogen uns aus, küssten uns ein bisschen und dann — gar nichts. Ich erzählte ihr irgendetwas von wegen ich wolle noch nicht soweit gehen und schämte mich in Grund und Boden. Ich versuchte der Sache eine ernsthafte Chance zu geben und irgendetwas zu fühlen (chemiemäßig), aber da war nichts und am nächsten Morgen verließ ich ihre Wohnung mit der Erkenntnis, dass ich eindeutig hetero bin.

Das Erlebnis hatte den Effekt dass ich all meine Verhaltensweisen, die dazu geführt haben, hinterfragte und mit derartigen Dingen jetzt zurückhaltend umgehe, also vielleicht doch was Gutes. Ich will nicht mehr damit kokettieren, andere Frauen* fertig zu machen oder mich besser darzustellen als sie, nur um Männern* zu gefallen!

schön schmutzig

Muss ich wirklich lauthals einen Plädoyer für den Austausch von Körperflüssigkeiten, Gerüchen, dem Erleben von Haut und Haar halten? Ich mach das. Sofort! Wider allen Unkenrufen und dem Moralin zum Trotz. Ich will alles, wenn ich will. Feucht anstatt trocken; … Weiterlesen

No Vibrations!

No vibrations ist noch schlimmer als bad vibrations!

Im Ernst, wie abhängig darf frau eigentlich vom Lieblingsvibrator werden? Meiner war ein Geschenk von meinem Freund und ich habe mit ihnen beiden 😉 großartige, atemberaubende, berauschende Momente erlebt. Natürlich, so ein Vibrator ist nur ein Hilfsmittel und für mich keinesfalls Ersatz für Partnersex, aber erstens: Ich habe zwar auch ohne Vibrator viel Spaß beim Sex, aber ein Orgasmus ist meistens nicht drin. Zweitens ist er eine gute Überbrückungslösung für einsame Stunden und drittens habe ich mich genau mit diesem Exemplar auch im Alleingang gut selbst kennen gelernt. Ohne mich darauf zu konzentrieren, was mein Freund macht und was ich noch (für ihn) tun könnte – sondern einfach darauf zu achten, was mir Spaß macht. Für jemanden wie mich, die jahrelang ihre eigene Sexualität ignoriert hat (lange Geschichte), war das überaus erhellend. Spannend. Eindrücklich. Atemberaubend. Schön.

Und jetzt ist das rosa Lieblingspielzeug kaputt und das Modell wird nicht mehr hergestellt. Ich geb’s zu, ich hätte im Eifer des Gefechts fast geweint (Temporäre sexuelle Frustration finde ich zwar scharf, aber bitte nicht wegen dauerhafter technischer Pannen!). Darf frau, sobald wieder am Boden der Realität angelangt, trotzdem noch in Panik verfallen? Was, wenn es *der eine* war? Der *einzig richtige* für mich? Wenn mir niemals wieder einer so viel Spaß bereitet?

Ich habe ja bisher nur sechs (ich glaube) in meinem Besitz und somit ausprobiert: Einer ist mau, einer ist nett aber bald eintönig, einer ist unglaublich schnell leer, einer kommt nicht dorthin wo er soll (WeVibe 3) und einer ist ziemlich gut aber nicht für Partnersex geeignet. Ich habe mir aber fest vorgenommen, es als Herausforderung zu sehen, einen würdigen Nachfolger zu finden und meine noch allzu bescheidene Sammlung zu erweitern. 🙂 (Außerdem, wie ich heute schon meinem Freund mitteilte, gibt es Restbestände online zu kaufen. Bitte gleich zwei!)

Es grüßt hoffnungsvoll

die Sextantin

PS: Pro-Tipp für Leute, die ihrer Freundin einen Vibrator schenken: Super, großartig, weiter so! Aber macht es doch wie mein Freund, packt das Ding aus und ladet es gleich auf. Sechs Stunden Lade- und somit Wartezeit bis zum Ausprobieren sind nicht die Art von Spannungsaufbau, auf die wir (oder bin es nur ich?) stehen!

PPS: Falls es von Interesse ist: Es war der A-Moore von Adrien Lastic. Klein, relativ leise, 11 Stufen, leider rosa.

ejakulieren lernen. ein erfahrungsbericht

ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, wie ich darauf gekommen bin. wahrscheinlich war’s wieder dieses internet.

es gab auf jeden fall dieses diffuse gefühl, da müsste doch noch mehr sein können, als das, was ich kannte an sexualreaktionen von meinem genital (das leider immer noch keinen mir passend und schön vorkommenden namen hat): dass sich penetration schön anfühlt und orgasmen, die von irgendwie körperäußerer stimulation in kombination mit gedanken kommen und sich sehr unterschiedlich anfühlen.

aus irgendeinem grund bin ich also auf das thema weibliche* ejakulation gekommen. und habe gelesen, dass das nicht einfach bei menschen entweder auftritt oder nicht, sondern lernbar ist. dass es mit und ohne orgasmus passieren kann. und dass es bücher dazu gibt! 🙂

ich habe mir also – nerdy, wie ich bin – ein buch gekauft, nämlich “weibliche ejakulation und der g-punkt” von deborah sundahl. darin beschreibt die autorin unter anderem, wie sie für andere frauen* ejakulationskurse gibt und wie die ablaufen.

die schritte sind, soweit ich mich erinnere (das buch hab ich verliehen):

  • entspannen
  • g-punkt finden und stimulieren
  • pressen, als wenn man pinkeln wollte
  • loslassen
  • ejakulieren
  • feststellen, dass sich das zwar mitunter sehr ähnlich wie pinkeln anfühlt, aber nicht das gleiche ist: die flüssigkeit ist anders gefärbt (weiß, nicht gelb) und riecht anders.

ich habe das buch nicht zu ende gelesen, sondern einfach das “seminar” mit mir selber durchgeführt.

geklappt hat es zum ersten mal in meinem bett, sitzend. ich war alleine, hatte ein großes mehrfach gefaltetes handtuch untergelegt, meine finger benutzt und hinterher ein fettes grinsen im gesicht.

ich kannte das schon vorher, dass so “klitorale” orgasmen sich zwar toll, aber manchmal so unbefriedigend anfühlen, nach mehr schreien. ich dachte immer, nach penetration. aber eigentlich schreien sie nach ejakulation.

diese erfahrung hat mich dazu bewegt, mir einen g-punkt-stimulierenden dildo zu kaufen, um das ganze etwas zu erleichtern – mit dem finger fand es es ziemlich unpraktisch, den muss man immer so weit um das schambein (schon wieder so ein dummes wort für einen knochen, der gar nichts mit schämen zu tun hat) herum manövrieren.

damit konnte ich das ereignis quasi beliebig reproduzieren. außer, wenn ich nicht genug getrunken hatte, dann geht es nicht. es fühlt sich, wie die orgasmen, nicht immer gleich an. etwas unpraktisch fand ich, dass das immer so viel flüssigkeit ist, trotz dickem handtuch wird die matratze immer nass. also geh ich oft in die badewanne oder leg mich auf den boden oder den kunstledersessel, die trocknen schneller.

weil mich das thema so fasziniert hat, bin ich nochmal zu einem workshop dazu in meinem lieblingssexshop gegangen mit diana j. torres.

dort gab es weitere faszinierende fakten, von denen ich nichts wusste. zum beispiel, dass so eine vulva nicht zwei, sondern sechs körperöffnungen hat: die vagina und die harnröhre, aber außerdem noch zwei sehr kleine öffnungen neben der vagina, aus denen dieses körpereigene gleitmittel kommt und zwei ebenso kleine öffnungen neben der harnröhre, die zu der drüse gehören, die das ejakulat produziert, manchmal auch weibliche prostata genannt. und dass es tatsächlich ganz normal ist, dabei so viel flüssigkeit auszuscheiden, diana sprach von bis zu einem halben liter, wenn ich mich recht erinnere. auch gibt es wohl eine verbindung von dieser drüse zur blase, was sehr nützlich ist, denn so kann die blase nicht “genutztes” ejakulat einfach beim nächsten gang aufs klo ausscheiden.

zu diesen infos gab es einige wütend machende ausschnitte aus alten und aktuellen medizinbüchern, in denen weibliche* sexualorgane immer nur unvollständig abgebildet waren, der innere teil der klitoris und die drüse fehlten eigentlich immer. und anekdoten darüber, wie männer* auf das ejakulieren reagierten (manche fanden es toll, manche wurden wütend), und ein bisschen porn als anschauliches beispiel.

ich fand das alles enorm spannend.

was noch eine weile gedauert hat, war, das ganze auch mit partner umzusetzen. bis das das erste mal klappte, war über ein jahr vergangen. es war erstmal gar nicht so einfach, sich soweit zu synchronisieren, dass das mit der g-punkt-stimulation gut funktioniert hat. dazu kam ein bisschen rest-angst, dass ich ihn vielleicht doch anpinkeln könnte. und das mit dem loslassen können war zu zweit auch schwieriger.

mit einigem üben ging es also irgendwann auch und hatte nochmal eine andere qualität als ich das vom alleine machen kannte. es war komplizierter, durch das ganze miteinander synchronisieren aber auch intensiver, näher, und hat sich mehr wie orgasmus angefühlt. interessant fand ich, dass es sich für ihn anscheinend gleichzeitig gut anfühlt wie für mich.

was ich mich noch frage ist, ob das mit dem ejakulieren wohl bei mehr frauen*, häufiger und spontaner auftreten würde, wenn darüber mehr geredet würde, zum beispiel in verschiedenen “aufklärungs”-zusammenhängen. wenn es normaler (also genau das: innerhalb der norm dessen, was beim sex erwartet wird, nicht außerhalb) wäre und man sich nicht so sehr fragen müsste, ob man da nicht grade etwas sehr peinliches macht, nämlich ins bett (oder sonstwohin) pinkeln. würden frauen* am ende ebenso oft ejakulieren wie männer*? bei denen hängen ja orgasmus und ejakulation auch nicht unbedingt zusammen, und manche trainieren den orgasmus ohne ejakulation ebenso wie ich das ejakulieren geübt habe.

und wenn frauen* unter anderen voraussetzungen eher ejakulieren würden, heißt das, sie unterdrücken das eventuell unterbewusst?
ich bin mir relativ sicher, dass ich das getan habe, und teilweise auch immer noch tue, und ich glaube, das frühe wissen um meine ejakulationsmöglichkeiten in kombination mit einem gewissen selbstvertrauen hätten mir gelegentliche verkrampfungen und auch schmerzen bei der penetration erspart.

ich frage mich auch, ob es da nicht einen zusammenhang zu den häufigen blasenentzündungen gibt. auf diese idee hat mich deborah sundahl gebracht, die schreibt, dass sie kaum mehr blasenentzündungen hat, seit sie ejakuliert. von den ärzt_innen werden blasenentzündungen ja in zusammenhang mit penetrativem hetero-sex gebracht. aber die erklärung, dass dabei mehr bakterien als sonst in diese minikleine und ja auch ein bisschen entfernte harnröhre geschubst werden, fand ich noch nicht so doll überzeugend. warum soll das so ein penis eher tun, als hände oder dildos oder so? dass sich was entzündet oder sich die bakterien besser vermehren können, weil ich flüssigkeit zurückdränge, die eigentlich raus will, oder dass es da überhaupt einen zusammenhang gibt, halte ich zumindest für eine überprüfenswerte gegenhypothese. aber wenn es für die medizin sowas wie weibliche* ejakulation gar nicht gibt, oder sie als irrelevant eingestuft wird, kann das natürlich auch nicht untersucht werden…

wenn ihr dazu (oder allgemein zum thema) weitere infos oder erfahrungen habt, immer gerne her damit!

* das gender-sternchen soll darauf hinweisen, dass nicht alle menschen mit einer vulva weiblich sind oder ohne vulva männlich.

Edit: ich stelle mit mehr Übung fest, dass es im Bett einfach schlecht geht. Zu viel Sorge, die Matratze zu ruinieren oder im Nassen schlafen zu müssen oder auf jeden Fall Aufwand mit dem Trocknen haben. Glücklicherweise geht es aber im Stehen besonders gut, und auf den Fußboden muss weniger Rücksicht genommen werden.

In diesem Post geht’s ums Wichsen

Ich schätze, dass ich meine erste Erfahrung mit Selbstbefriedigung mit 5 oder 6 Jahren hatte. Diese Vermutung stütze ich darauf, dass ich einerseits bereits schwimmen konnte aber andererseits noch klein genug war, um meinen Eltern alles zu erzählen…aber der Reihe nach. Meine Mutter, mein Bruder und ich machen einen abendlichen Besuch im Hallenbad. Es ist wenig los, ein paar alte Leute ziehen gemächlich ihre Bahnen. Kennt ihr diese Schaumstoffschwimmnudeln? Ja, genau. Ich spielte quasi Meerhexe und versuchte möglichst anmutig auf meinem ‚Besen‘ durch das Schwimmerbecken zu gleiten. Plötzlich eine erstaunliche Entdeckung! Zwischen meinen Beinen entstand ein kitzliges, rauhes, angenehmes Gefühl. Das musste ich jemensch mitteilen! Ich schwamm zu meiner Mutter und berichtete ihr von meinem Erlebnis. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, reagierte sie ziemlich cool, in Anbetracht dessen, dass eins das von einer 6-Jährigen vielleicht nicht unbedingt erwartet hätte…sie sagte etwas in der Art von „Das ist gut, aber das musst du nicht jedem erzählen“ und das war auch die Botschaft, die ich daraus mitnahm: Es ist in Ordnung, aber etwas sehr Privates, was frau lieber hinter geschlossener Tür macht, so wie Pinkeln.

Es begann eine jahrelange Phase des Experimentieren. Nachdem ich die Schwimmnudel ja schlecht mit an Land nehmen konnte, versuchte ich mich an der Armlehne von Sesseln zu reiben, gefolgt von Polstern und ähnlichem. Dann der Durchbruch: ich konnte meine Hand dazu verwenden! Überraschung, Überraschung! ^^ Als wir in der dritten Klasse ‚Sexualkunde‘ bekamen und mir meine Mutter passend dazu zwei kindgerechte Aufklärungsbücher in die Hand drückte, kam darin und auch in der Schule nichts vor, was mich dazu gebracht hatte, meine Erfahrungen mit Sex in Verbindung zu bringen. Auch später wurde mir weibliche Selbstbefriedigung hauptsächlich entweder als ‚etwas reinstecken‘ oder ’sich da unten anfassen‘ vermittelt, ich identifizierte mich mit keinem von beiden. Ähnlich war es mit diesem ominösen ‚Orgasmus’…so wie es beschrieben wurde, konnte das unmöglich das sein, was ich erlebte. Letzteres erschien mir dafür viel zu gewöhnlich, ersteres dagegen fast den Charakter einer Nahtoderfahrung zu haben.

PTDC0008Es blieb also einfach etwas, was ich machte und ich wusste lang nicht, ob ich damit vielleicht ganz allein war. In der Mittelstufe hatte ich dann doch so etwas wie einen Geistesblitz, ich weiß leider nicht mehr genau warum. Jedenfalls wusste ich jetzt, worum es ging, wenn das Thema im Gespräch mit Gleichaltrigen aufkam, auch wenn ich das nie zugegeben hätte – irgendwie war das bei Mädchen* lange Tabu, etwa bis zur Zehnten. Dann stellte sich heraus dass auch andere bereits Erfahrungen mit Selbstbefriedigung hatten, sie hatten es nur ebenfalls nicht zugegeben.

Mittlerweile, also nach ca. 12 Jahren, habe ich meine Technik weitgehend perfektioniert und ich kann  (nicht ohne Stolz) sagen, dass ich den besten Sex einfach mit mir selbst habe 😉